M.C.A. Böckler - Mare Balticum-Stiftung
 

 

Aufgabe und Geschichte der M.C.A Böckler - Mare Balticum-Stiftung

 

Die nach seinem Vater benannte Stiftung wurde von Dr. Erich Böckler gemeinsam mit seiner Frau Lisbeth Böckler am 6. Mai 1977 ins Leben gerufen. Sie verfolgt das Ziel, die Kunst in den baltischen Ländern und ihre Bindungen an den Ostseeraum wissenschaftlich zu erforschen.  

Bedingt durch die politische Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die deutsche Kunstwissenschaft diesen Forschungsbereich aus den Augen. Das gilt auch für die Fachvertreter aus Schweden und Finnland, die in der Zeit der selbständigen baltischen Republiken sich an der Erforschung der baltischen Kunstgeschichte maßgeblich beteiligt hatten. In den baltischen Staaten selbst konnte allerdings kunsthistorische Forschung in einem gewissen Umfang aufrechterhalten werden. Hier wurde unter erschwerten Bedingungen sehr wertvolle Arbeit geleistet. Wegen der Schwierigkeiten, die Forschungsergebnisse zu publizieren und wegen der erzwungenen Isolation blieb aber diese Forschung der westlichen Fachwelt weitgehend unbekannt.  

In den letzten 10 Jahren hat die kunsthistorische Forschung in den wieder selbständig gewordenen baltischen Staaten einen beeindruckenden Aufschwung erlebt. Heute wird an den Hochschulen und Universitäten aller baltischen Staaten Kunstgeschichte gelehrt und kunsthistorische Forschung betrieben. Die Martin-Carl-Adolf-Böckler-Stiftung sieht eine wichtige Aufgabe darin, mit den baltischen Fachkolleginnen und -kollegen Kontakte zu pflegen und den wissenschaftlichen Austausch zwischen dem Baltikum, Deutschland und dem gesamten Ostseeraum zu fördern.  

Seit 1980 führt die Stiftung zu diesem Zweck internationale wissenschaftliche Tagungen, Homburger Gespräch genannt, über Fragen der Kunst- und Kulturgeschichte der baltischen Länder und des Ostseeraumes durch. An diesen Tagungen nehmen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den baltischen Staaten, Finnland, Schweden, Deutschland und auch anderen Ländern teil. 

Die Homburger Gespräche werden in der Regel am Sitz der Stiftung in Bad Homburg vor der Höhe durchgeführt. Gelegentlich wurden auch andere Tagungsorte gewählt. 1987 war das Homburger Gespräch Gast der Christian Albrechts Universität in Kiel, 1991 wurde die Tagung als Sektion des International Congress for Baltic Studies an der Universität Stockholm, 1993 in Zusammenarbeit mit der Carl-Schirren-Gesellschaft an der Ostakademie in Lüneburg durchgeführt, 1997 in Göttingen im Rahmen des Baltischen Historikertreffens. 1996 fand das Homburger Gespräch in Tallinn und 2001 in Riga statt. Beide Male war die Tagung mit einer Exkursion verbunden. 

Seit 1980 verleiht die Martin-Carl-Adolf-Böckler-Stiftung die Mare Balticum- Medaille in Silber als Anerkennung für besondere Verdienste um die Erhaltung des lebendigen Bewusstseins für die künstlerische Kultur der baltischen Völker. Die Medaille wurde bisher verliehen an: Prof. Dr. Sten Karling, Arved Freiherr von Taube, Prof. Dr. Armin Tuulse, Dr. Hellmuth Weiss, Dr. Pauls Kundzins, Prof. Dr. Villem Raam, Vera Baronin von Sass, Prof. Dr. Hans von Rimscha, Erik Thomson, Mai Raud, Dr. h. c. Imants Lancmanis, Dr. Ervin Pütsep, Dr. Gunnar Svahnström, Dr. Rein Loodus, Dr. Elita Grosmane, Dr. Kaur Alttoa und Prof. Dr. Ojars Sparitis. 

Eine bronzene Medaille wird für Verdienste um die Stiftung verliehen.

Mit dem Jahreswechsel 2004/2005 wurde die Martin Carl Adolf Böckler-Stiftung mit der Mare Balticum-Stiftung zu der M.C.A. Böckler - Mare Balticum-Stiftung zusammengelegt.

Der Sitz der Stiftung ist Bad Homburg v.d.H. Die erste Sitzung der Gremien der neuen Stiftung fand im Rahmen des Homburger Gesprächs am 6. Oktober 2005 in Palanga/Litauen statt.

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