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M.C.A.
Böckler - Mare Balticum-Stiftung
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Bedingt
durch die politische Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die
deutsche Kunstwissenschaft diesen Forschungsbereich aus den Augen. Das
gilt auch für die Fachvertreter aus Schweden und Finnland, die in der
Zeit der selbständigen baltischen Republiken sich an der Erforschung
der baltischen Kunstgeschichte maßgeblich beteiligt hatten. In den
baltischen Staaten selbst konnte allerdings kunsthistorische Forschung
in einem gewissen Umfang aufrechterhalten werden. Hier wurde unter erschwerten
Bedingungen sehr wertvolle Arbeit geleistet. Wegen der Schwierigkeiten,
die Forschungsergebnisse zu publizieren und wegen der erzwungenen Isolation
blieb aber diese Forschung der westlichen Fachwelt weitgehend unbekannt.
In
den letzten 10 Jahren hat die kunsthistorische Forschung in den wieder
selbständig gewordenen baltischen Staaten einen beeindruckenden Aufschwung
erlebt. Heute wird an den Hochschulen und Universitäten aller baltischen
Staaten Kunstgeschichte gelehrt und kunsthistorische Forschung betrieben.
Die Martin-Carl-Adolf-Böckler-Stiftung sieht eine wichtige Aufgabe
darin, mit den baltischen Fachkolleginnen und -kollegen Kontakte zu
pflegen und den wissenschaftlichen Austausch zwischen dem Baltikum,
Deutschland und dem gesamten Ostseeraum zu fördern. Seit
1980 führt die Stiftung zu diesem Zweck internationale wissenschaftliche
Tagungen, Homburger Gespräch genannt, über Fragen der Kunst- und
Kulturgeschichte der baltischen Länder und des Ostseeraumes durch. An
diesen Tagungen nehmen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus
den baltischen Staaten, Finnland, Schweden, Deutschland und auch anderen
Ländern teil. Die
Homburger Gespräche werden in der Regel am Sitz der Stiftung in Bad
Homburg vor der Höhe durchgeführt. Gelegentlich wurden auch andere Tagungsorte
gewählt. 1987 war das Homburger Gespräch Gast der Christian Albrechts
Universität in Kiel, 1991 wurde die Tagung als Sektion des International
Congress for Baltic Studies an der Universität Stockholm, 1993 in Zusammenarbeit
mit der Carl-Schirren-Gesellschaft an der Ostakademie in Lüneburg durchgeführt,
1997 in Göttingen im Rahmen des Baltischen Historikertreffens. 1996
fand das Homburger Gespräch in Tallinn und 2001 in Riga statt. Beide
Male war die Tagung mit einer Exkursion verbunden. Seit
1980 verleiht die Martin-Carl-Adolf-Böckler-Stiftung die Mare Balticum-
Medaille in Silber als Anerkennung für besondere Verdienste um die
Erhaltung des lebendigen Bewusstseins für die künstlerische Kultur der
baltischen Völker. Die Medaille wurde bisher verliehen an: Prof. Dr.
Sten Karling, Arved Freiherr von Taube, Prof. Dr. Armin Tuulse, Dr.
Hellmuth Weiss, Dr. Pauls Kundzins, Prof. Dr. Villem Raam, Vera Baronin
von Sass, Prof. Dr. Hans von Rimscha, Erik Thomson, Mai Raud, Dr. h.
c. Imants Lancmanis, Dr. Ervin Pütsep, Dr. Gunnar Svahnström, Dr. Rein
Loodus, Dr. Elita Grosmane, Dr. Kaur Alttoa und Prof. Dr. Ojars Sparitis. Eine
bronzene Medaille wird für Verdienste um die Stiftung verliehen. |